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Lehrbuch für Schützen

in Anliegen an den Großhexenjäger 29.05.2016 19:41
von Jil • 143 Beiträge | 281 Punkte

Es lag ein Buch auf dem Tisch, auf jenem prangerte die Schrift 'Lehrbuch für Schützen' - Einzelne Seiten waren noch frei, um dem noch weiteres hinzufügen zu können, die beschriebenen Pergamente besagten jedoch folgendes:


Verzeichnis:

Körper und Geist
• Konzentrationstraining
• Geduldstraining
• Ausdauertraining
• Waffenhaltung

Rüstung
• Rüstungsanpassung

Waffenarten
• Hinterlader
• Steinschloss
• Radschloss
• Zündnadel
• Schrotflinte



Körper und Geist

Kapitel I: Konzentrationstraining

Einem Schütze muss die Konzentration leicht fallen, es im gar in die Wiege gelegt worden sein. Er sollte sich niemals von etwas ablenken lassen und sein Ziel im Auge behalten. Natürlich stehen hierbei noch Herausforderungen nahe, um neben der Zielerfassung auch das restliche Umfeld primär im Auge zu behalten. Doch meist besteht ein jeder Auftrag darin, sich auf eines der Ziele zu manifestieren. Während Soldaten und anderweitig Ausgebildete sich der Front im Tross hingeben, steht meist der Schütze im Hinterhalt. Er sichert von hinten, geschützt und meist auch kaum erkenntlich. Um so schwieriger wird es für den Schützen, nicht nur dem Feind entgegen zu schauen, sondern auch den Tross vor diesem zu schützen. Blindlinks auf etwas zu schießen würde deine eigene Mannschaft in Gefahr bringen. Lerne als Schütze zwischen Hauptziel und Nebenziel zu entscheiden, lerne zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, zu schießen. Doch wie stärkt man die Konzentration? Hier erfährst Du durch etwaige Methoden, wie:

- Neben den Trainingseinheiten ist das Lesen von Büchern ein kleiner Tipp, den man ein jedem Schützen nahe legen kann.


- Spiele. – Sie bringen Spaß, Ablenkung und steigern die Konzentration. Das allbekannte Becherspiel ist hierbei sicherlich förderlich. Auch Modellbau könnte hilfreich sein.


- Konzentriere Dich auf deinen Körper, Gliedmaß um Gliedmaß. Schließe die Augen und lenke sie. Lass sie schwerer werden oder spüre, wie sie langsam wärmer werden, sich entspannen. Entspannung ist ein hohes Gut, um Konzentration aufzubauen. Hierbei ist es wichtig, eine Person dabei zu haben, die auch Ahnung von diesem autogenen Training haben.


- Disziplin spielt eine schöne Rolle bei dem Training. Diese Methode ist auch mit mehreren und dem Mentor machbar, sofern die Disziplin noch nicht so stark ausgeprägt ist. Allein ist der Schütze im eigenen Maßstab dafür verantwortlich, wie weit sein Konzentrationstraining geht. Hierbei gilt es eine gerade Haltung zu haben, militärisch, wenn möglich. Ein Ziel muss dem Schützen vor Augen liegen, etwas markantes, was man nach und nach durchaus verändern kann. Je dezenter es ist, desto schwieriger wird deine Konzentrationshaltung. Es ist wichtig, den Blick nicht von diesem zu nehmen. Der Schütze darf nicht abschweifen. Weder durch den Gedanken noch mit den Augen.


- Herausforderung wäre hierbei auch ein bewegliches Ziel, eines was aus dem Sichtfeld gleitet und auftaucht. Man kann natürlich die Methoden weiterhin erschweren, indem man dem Schützen dahingehend noch mehr Aufgaben zusätzlich gibt. Denn, wie oben schon beschrieben, wird er auch primär darauf achten müssen, was in seiner Umgebung stattfindet.


Kapitel II: Geduldstraining

Geduld ist eine Tugend, sagte der Lichtwirker. Doch wir Schützen nennen es Lebenswichtig. So Lebenswichtig wie der richtige Umgang mit der Waffe, ist es die Intuition aufzubauen, wann der richtige Zeitpunkt ist, die Munition abzufeuern. Geduld benötigt der Schütze auch, wenn man den Feind ausfindig machen muss. Auch gar ein Lebenszeichen von diesem könnte schon der Punkt sein, an dem er reagieren muss. Drum ist es wichtig, dass Geduld für einen Schützen eine Rolle spielt, ohne Kraft oder Energie aufzuwenden. Er benötigt diese grundlegend immer für seine Handlungen und Einsätze. Drum werden hier grundlegend Methoden aufgewiesen, um die Geduld zu seinem Nutzen zu trainieren und zu perfektionieren. Wichtig ist, dass der Schütze die Geduld auf seine Arbeit münzt. Er kann durchaus die Facetten erweitern, doch bedeutet es nicht, wenn ein Schütze cholerisch auf eine Diskussion wirkt, er auch bei den Aufträgen zu einer unbedachten Handlung neigt.

- Eine schöne Methode, um auch direkt in den Schützenstrang zu gehen, ist das positionieren und warten. Anbei bekommt der Schütze Trainingsmunition und ein vages Ziel, zum Beispiel ein Kaninchen – Am Fluss zur späten Stunde. Er darf sich nicht von der Stelle rühren und die Übung ist erst dann erfolgreich, wenn er eines getroffen hat.


- Wenn es dem Schützen anfänglich an allgemeine Geduld mangelt, kann er durch simples zusehen an Geduld gewinnen. Hierbei wählt man ein eher trockenes Muster: Stundenlang auf eine Blume schauen, warten bis sie blüht. Oder einem Küken verhelfen, aus dem Ei zu schlüpfen. Natürlich unschöne Aufgaben, aber durchaus ist die Resonanz erfolgreich.


- Auch können Gespräche mit den Lichtwirkern geführt werden, wenn diese benötigt werden. In deren Ausbildung werden oftmals eben solche Geduldsaufgaben gestellt werden.


- Simple Aufgaben die einem die Geduld für den Beruf lehren, sind ebenso das Beschatten einer Person. Natürlich wird der Schütze hierbei passend Informiert und er muss sich dementsprechend anpassen.


Kapitel III: Ausdauertraining

Die Ausdauer ist bei weitem kein unwichtiger Teil, auf den der Schütze bauen muss. Durch Körper und Geist vereint wird er lange Märsche hinlegen müssen, um sein Ziel zu erreichen. Auch ist es oftmals, dass der Schütze über Stunden hinweg in der gleichen Position verharren muss oder tatsächlich schnell reagieren muss. Hierzu gibt es vielerlei Möglichkeiten, die der Schütze in der Gruppe oder einzeln erzielen kann. Wichtig ist für den Anfang, dass er sich an seine Rüstung gewöhnt und dahingehend auch alsbald mit Gewichten trainieren kann. Natürlich sind diese Gewichte nicht all zu schwer, denn die Bewegung, die er vollführt lassen diese durch die Anstrengung von alleine erschweren. Ein Schütze muss fit sein, zu jeder Tagesform bereit, für einen Auftrag, den er schnellstmöglich erledigen sollte. Ein normales Sprinten reicht hierbei nicht aus. Er wird ein Training absolvieren müssen, welches variabel einsetzbar ist, um den Schützen darauf vorzubereiten, schnell wechselnde Situationen zu erkennen und zu bedenken.
Eine Übung für einen oder mehrere Schützen:

- Ein Hindernislauf. Verschiedene Objekte gilt es zu umrunden, zu überqueren, herüber oder darunter zu gelangen. Natürlich zählt dabei die Sanduhr. Je schneller und seriöser man die Hindernisse hinter sich hat, desto besser.


- Leichte Sprints, die regelmäßig mit verschiedenen Aufgaben getätigt werden, sind auch sehr hilfreich.


Leichte Aufwärmübungen unterstützen den Ausdaueraufbau:

- In einer sitzenden Position gegen eine Wand gelehnt, ohne weiterer Stütze könnte auf Dauer anstrengend werden, doch dehnt der Schütze damit seine Muskeln in den Beinen.
Der Rücken ist ebenso wichtig, da der Schütze stundenlang eine Waffen tragen muss, für die Ausdauer.


- Der Schütze legt sich auf dem Boden, die Beine wenn möglich ausgestreckt. Hierbei kann auch ein Gewicht an den Füßen hilfreich sein. Die Arme gleiten zum Kopf, die Hände verschränken sich im Nacken und in regelmäßigen Schüben hebt der Schütze den Oberkörper an und senkt ihn wieder.
Beides kann man auch kombinieren, indem man verschiedene Aufgaben in einer Übung absolviert.


- Ein Sprint, hocken, etwas mit etwas Gewicht anheben, weiter sprinten, Objekt ablegen, abwenden, Strecke wiederholen.


Kapitel IV: Waffenhaltung

Der Anschlag oder Waffenanschlag ist beim Schusswaffengebrauch die Körper- und Waffenhaltung, bei der ein Schütze einen Schuss aus einer Handfeuerwaffe abgibt oder die unmittelbar vorbereitende Haltung hierzu.
Die Art des Anschlags hängt von den Gepflogenheiten des Schützen, dem Waffentyp und dem Grund der Schussabgabe ab.
Im Sport werden Faustfeuerwaffen (Pistole, Revolver) meist im Stehen geschossen. Sportpistolen (Luftdruckpistole, Kleinkaliberpistole) hält man dabei gemäß den Reglements der großen Sportverbände meist in einer Hand. Großkaliberpistolen werden in der Regel beidhändig geschossen. Bei verschiedenen Disziplinen ist aber auch das liegende, kniende, sitzende oder an eine Barrikade angelehnte Schießen üblich.
Gewehre werden im Sport meist im Knien oder Liegen geschossen. Die zweite Hand (die nicht am Abzug ist) greift dabei die Waffe am Vorderschaft oder unterstützt den Hinterschaft, insbesondere bei der Verwendung von Auflagen unter dem Vorderschaft. Teilweise werden Gewehre auch im Stehen geschossen. Dabei wird oft ein sogenannter Handstopp und ein Schießriemen zur Stabilisierung verwendet.
Im polizeilichen Einsatz wird meist aus stehender Position geschossen. Hierbei wird jedoch versucht, eine Deckung zu benutzen. In den letzten Jahren wurde vermehrt geschult, einen beidhändigen Anschlag zu verwenden. Aus Gründen der Eigensicherung stand der Beamte nicht frontal zum Gegenüber, sondern seitlich; damit verringerte er seine Trefferfläche fast auf die Hälfte, falls er angegriffen wird. Dieser Vorteil verkehrte sich aufgrund der in neuerer Zeit genutzten Schutzausstattung insofern zum Nachteil, als dass die Armdurchlässe einer beschusshemmenden Weste ungeschützt sind – deren Wirksamkeit bleibt nur bei weitestgehend frontaler Positionierung erhalten.
Im militärischen Bereich werden in der Regel Maschinenpistolen und automatische Gewehre benutzt. Hier gibt es oft Zusatzgriffe, um die Waffe zu stabilisieren.

Bereitschaftspositionen:

- Hohe Vorhalteposition. Mitte der Waffe (bei G36, M4 oder SIG 556 der Magazinschacht, das Magazin) auf Augenhöhe und Waffe angewinkelt (um 90 Grad nach rechts eingedreht), Mündung in Richtung Himmel und die Hand am Griffstück. Ideale Position um in der Bewegung nachzuladen, da die Koppel/Einsatzweste frei zugänglich ist. Dabei kann alles in der Bewegungsrichtung im Auge behalten werden.


- Tiefe Vorhalteposition. Waffe von Augenhöhe gerade tief genug senken, um die Hände des Gegners sehen zu können. Finger vom Abzug. Diese Position ist gut, um den/die Gegner in Schach zu halten und dennoch schnell und gezielt feuern zu können.


- Sicherungs- und Festhalteposition. Waffe an den Körper heranziehen und einwinkeln. Waffe berührt den Rippenbogen, zielt aber dennoch auf den Beckenbereich des Gegners.
Schießpositionen:


- stehend freihändig - in den Schuss lehnen, Oberkörper freischwingend. Anschlagart für schwere Kaliber, da der Rückstoss durch den freischwingenden Oberkörper aufgefangen werden kann.


- stehend angestrichen - an einen Baum oder Schießstock.


- in der Bewegung - Schussabgabe wenn für Rechtshänder der linke Fuß vorne ist. Oberkörper und Unterkörper agieren getrennt, "nur der Oberkörper schießt", die Knie dienen als "Stoßdämpfer".


- kniend freihändig - hinter einer Deckung hervor, im Schnellanschlag und auf Untergrund, auf dem man nicht liegen möchte. Auch kniend abgestützt - Rechtshänder linke Armbeuge auf dem Knie abgestützt.


- Rückenlage - teilweise sportlich beim Silhouettenschießen mit der Pistole verwendet, - flach auf dem Rücken liegend, Beine angewinkelt aufgestellt, im beidhändigen Anschlag, Waffe an den Beinen angelegt, Füße stabilisieren die Waffe mit dem Gewehrriemen. Es besteht die Gefahr sich in die Füße zu schiessen.


Rüstung

Kapitel I: Rüstung anpassen
Die Rüstung des Schützen ist lebenswichtig. Hierbei muss der Schütze sich auf die Aufträge und die jeweiligen Situationen anpassen. Und dennoch gibt es Grundkriterien, die immer zählen.

- Die Rüstung muss so leicht wie möglich sein


- Die Rüstung kann und darf an den wichtigen Stellen verstärkt werden, wie Brust oder Intimbereich. Auch der Waffenarm sollte in der Rüstung verstärkt werden.


- Keine Unnötigen Anhängsel, wie Beutel, Rucksäcke, Dekorationen.


- Der Kopfbereich sollte so gut wie möglich geschützt und der Rüstung angepasst sein
Hier sind ein paar Geländebeschreibungen und Empfehlungen, an die sich der Schütze halten kann:


- Der Schütze befindet sich in einem Wald, der Boden lehmig, dennoch ist alles begrünt und verwachsen.
Empfehlung: braun bis grün gehaltene Rüstung


- Der Schütze befindet sich in einer Wüste, es gibt keine Möglichkeiten, sich zu verstecken, außer vereinzelte Felsen, die heraus ragen
Empfehlung: sandfarbene Rüstung


- Der Schütze befindet sich in einem Gebäude oder in der Nähe eines Gebäudes.
Empfehlung: grau bis schwarze Rüstung


- Der Schütze befindet sich im Tross, mitten im Krieg.
Empfehlung: dunkel gehaltene Rüstung


Waffenarten

Kapitel I: Hinterlader

Hinterlader sind Schusswaffen, deren Lauf an beiden Enden offen ist und bei denen das Projektil und die Treibladung durch die hintere Öffnung in die Kammer gebracht werden. Meist wird dazu eine Patrone verwendet. Die Ladeseite des Laufs wird durch den Verschluss der Waffe abgedichtet, der typischerweise auch die Auslösevorrichtung enthält.
Hauptvorteile des Hinterladers bei Handfeuerwaffen und Geschützen sind, im Gegensatz zum Vorderlader, bei Verwendung einer Patrone die bedeutend erhöhte Feuerrate und die einfachere Deckung. Während beim Vorderlader der Schütze Treibladung und Projektil durch die Laufmündung laden muss, können beim Hinterlader Treibladung und Geschoss einfach nachgeführt werden, was die Handhabung hinter einer Deckung vereinfacht. Grundsätzlich ist die Ladungszuführung bei einer Schusswaffe von der normalen Schützenposition hinter dem Rohr vorteilhaft, weil dadurch die Bedienung vereinfacht und somit schneller wird. Gleichzeitig bietet die Konfektionierung vorgefertigter Ladungen die Sicherheit gleichbleibender ballistischer Eigenschaften und logistische Vorteile für die Vorhaltung verschiedener Ladungs- und Projektilkombinationen. Hinter dem Rohr ist der Schutz der Schützen einfacher zu realisieren.


Kapitel II: Steinschloss

Das Steinschloss (französisches Schloss, Batterieschloss) ist ein Auslösemechanismus für Vorderladerfeuerwaffen, der mit einem Feuerstein zündet. Es war der Nachfolger des Luntenschlosses und wurde in Folge vom Perkussionsschloss abgelöst.
Ein Federmechanismus wird vor dem Schuss gespannt. Der Abzug entriegelt den Mechanismus, so dass der Hahn mit dem eingespannten Feuerstein auf eine Metallklappe (Batterie) schlägt. Eine Batterie im Sinne der Waffentechnik bezeichnet eine gehärtete Metallklappe, die Teil des Steinschlosses ist und die Pfanne, worin das Zündkraut enthalten ist, verschließt. Dadurch wird die Pfanne geöffnet und es werden durch Abrieb der Batterie (nicht des Feuersteins) Funken erzeugt, die in das in der Pfanne befindliche, besonders feinkörnige und leichtentzündliche Pulver (Zündkraut) fallen und dieses entzünden. Das Zündkraut entwickelt eine Stichflamme und zündet durch das Zündloch die eigentliche Treibladung. Bei der Verwendung von Stecherabzügen ergab sich das Problem, dass der zeitlich kurze Impuls des Stechers zwar die Abzugsstange aus der Spannrast der Nuss herausdrückte, die Abzugsstange sich aber so schnell wieder gegen die Unterseite der Nuss legte, dass ihre Spitze sich in der Halb- oder Sicherheitsrast verfing und der Hahn somit stehen blieb, bevor er die Batterie oder später das Zündhütchen getroffen hatte. Abhilfe schuf hier ab dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts die sogenannte Fliege, auch Schleuderkeil genannt. Dabei handelte es sich um ein kleines Bauteil von keilförmigem Querschnitt, das in einer etwa doppelt so breiten, dreieckigen Aussparung an der Seite oder im Inneren der Nuss hin und her schwingen konnte. Spannte man den Hahn, so legte sich die Fliege zuerst über die Vollrast und die Abzugsstange konnte in die Laderast gleiten. Beim Weiterspannen sprang die Fliege vor die Halbrast. Wurde jetzt abgedrückt, so versperrte sie der Abzugsstange den Weg in diese Position und der Hahn konnte ungehindert nach vorne schnellen.


Kapitel III: Radschloss

Ein Radschloss (auch „deutsches Schloss“ genannt) ist eine Zündeinrichtung, die bei Vorderladerwaffen anzutreffen ist.
Das Radschloss besteht aus einem mit Längs- und Querrillen profilierten Reibrad, das auf einer Achse drehbar gelagert ist, einer Feder, die mit der Hilfe eines Schlüssels, ähnlich einem Schlüssel für Taschenuhren, aufgezogen werden muss, sowie aus einer Pulverpfanne, einem Hahn mit einer feststehenden und einer beweglichen Backe zum Einklemmen des Zündmittels (Schwefelkies) und einem Metalldeckel, der die Pulverpfanne abdeckt, um die Zündladung gegen Feuchtigkeit und Wind zu schützen (siehe Bilder rechte Seite). Zum Zünden der Treibladung wird, im Gegensatz zu Steinschlosswaffen, statt Feuerstein Schwefelkies (Pyrit) benutzt. Die Radfeder wird mit Hilfe des Schlüssels gespannt. Dabei wickelt sich eine dreigliedrige Kette um die Radwelle, bis ein Hebel mit einem abgewinkelten Fortsatz in eine flache Höhlung auf der Innenseite des Rades eingreift und eine Sperre sich unter das hintere Ende dieses Hebels schiebt, so dass der Mechanismus blockiert ist. Ein Stück Schwefelkies wird im Hahn eingespannt und Zündkraut auf die Pfanne gegeben. Der Hahn ist in Ruhelage vom Pfannendeckel weggeklappt. Will man schießen, schwenkt man den Hahn auf den geschlossenen Pfannendeckel, wobei die v-förmige Feder unter dem Hahn den nötigen Druck liefert, den Schwefelkies gegen das Rad zu pressen, wenn die Pfanne geöffnet wird. Beim Betätigen des Abzuges wird die Sperre weggedrückt, der Zug der Feder schiebt den Hebel, der das Rad bis jetzt gespannt hielt, weg und dreht das Rad in seine Ausgangslage zurück. Ein Nocken an der Radwelle schiebt dabei den Deckel der Pulverpfanne unter dem Schwefelkies nach vorne weg, und die Vorderkante des in den Hahn geklemmten Schwefelkies radiert inmitten des Zündpulvers am Rand des Rades, das von unten her durch eine Aussparung in den Boden der Pfanne hineinragt. Die dabei entstehenden Funken setzen das Zündpulver augenblicklich in Brand. Durch das Zündloch gelangt Feuer in die Pulverkammer der Waffe, wodurch die Treibladung gezündet wird. Die Waffe wird abgefeuert.


Kapitel IV: Zündnadel

Das Zündnadelgewehr besteht aus den Hauptteilen Lauf, Entladestock, Schloss und Schaft. Die äußere Form entspricht weitestgehend dem Stand der damaligen Waffentechnik.
Der Schaft besteht aus Nussbaum- oder Ahornholz. Die Vereinigung des Laufes und Schaftes ist durch Ringe aus Messing bewerkstelligt. Bei den meisten Varianten kann ein Bajonett aufgepflanzt werden. Der Entladestock aus Stahl ist unterhalb des Laufs abgebracht. Er wird benutzt, um eine Patrone – beispielsweise nach einem Zündversager – aus dem Patronenlager zu stoßen und dient beim Putzen des Gewehres als Wischstock.
Der Lauf wurde anfangs aus dem damals üblichen Schmiedeeisen hergestellt. Später wurde zum ersten Mal in der militärischen Waffenfabrikation der damals moderne Gussstahl angewendet, der eine höhere Qualität aufwies. In beiden Fällen wurde der Lauf aus Halbzeugen wie Blechen oder Knüppeln geschmiedet und anschließend aufgebohrt (siehe Laufherstellung). Er besteht aus dem Patronenlager und dem gezogenen Teil. In den gezogenen Teil des Laufes sind vier Züge mit einem Drallwinkel von 3°45′ eingeschnitten. Um das Patronenlager befindet sich ein Gewinde, mit dem der Lauf fest mit der Kammerhülse verbunden ist. Am Ende des Patronenlagers befindet sich das konisch geformte Mundstück, das sich an die verschiebbare Kammer anlehnt und dadurch den Verschluss des Laufes nach hinten bewirkt.
Die technische Neuerung des Zündnadelgewehrs war das Schloss, das den Lauf nach hinten verschließt und den innenliegenden Mechanismus zur Entzündung der Patrone beherbergt. Die Basis der Konstruktion sind drei ineinander geschobene Hohlzylinder, die Kammerhülse, die Kammer und das Schlösschen.
Der Ladevorgang mit den nötigen Handgriffen des Schützen spielt sich folgendermaßen ab:
1. Entspannen des Schlösschens
Der Daumen drückt den Sperrfedergriff nieder, dadurch tritt die hintere Nase der Sperrfeder aus der Kammerrast und es wird das Zurückziehen des Schlösschens mit dem Daumenstollen ermöglicht. Durch diese Bewegung wird der hintere Nadelbolzenkopf an den Abzugsfederstollen gebracht, der durch eine geringe Verstärkung der angewendeten Kraft zum Ausweichen gezwungen wird. Ist der hintere Nadelbolzenkopf über den Abzugsfederstollen hinweggezogen, so tritt der letztere wieder in das Innere des Schlösschens hinein. Ein komplettes Herausziehen des Schlösschens, beispielsweise zum Reinigen, wird durch die vordere Nase der Sperrfeder verhindert. Die Nadel geht durch das Zurückziehen des Schlösschens so weit zurück, dass nur ihre Spitze aus der Mündung des Nadelrohrs heraussteht.
2. Öffnen der Kammer
Ein Schlag der rechten Hand von unten an den Knopf führt den Kammerstängel von der schrägen Fläche in den Hülseneinschnitt und dreht die Kammer so, dass der Abzugsfederstollen in deren Längeneinschnitt kommt. Durch das Zurückziehen des Kammerstängels bis an das Knie wird der Lauf geöffnet und die Patroneneinlage frei.


Kapitel V: Schrotflinte

Als Flinte (auch Schrotflinte) wird eine Handfeuerwaffe mit glatter Laufbohrung bezeichnet, die in erster Linie für das Verfeuern von Schrotkugeln ausgelegt ist. Flinten sind zum Schießen auf kurze Distanzen ausgelegt. Je nach Munition ergeben sich realistische Einsatzreichweiten von 10 bis 50 Metern.
Einläufige, einschüssige Flinten sind günstig, leicht und robust. In der Regel handelt es sich um Waffen mit Kipplaufverschluss, Modelle mit Zylinderverschluss sind eher selten. Doppelflinten (mit zwei nebeneinander liegenden Läufen, auch Querflinten genannt) und Bockflinten (mit zwei übereinander liegenden Läufen) sind schwerer, haben jedoch den Vorteil, ohne Verzug einen zweiten Schuss abgeben zu können.
Mehrläufige Gewehre, oft Drillinge, bei denen glatte und gezogene Läufe installiert sind, nennt man kombinierte Waffen.
Die häufig verwendete Bezeichnung „Bockdoppelflinte“ stellt eigentlich eine Art Pleonasmus dar. Die Bezeichnung „Bock…“ beschreibt die übereinander liegende (aufgebockte) Anordnung der Läufe. Als Abkürzung in Kleinanzeigen wird jedoch fast immer „BDF“ (Bockdoppelflinte) verwendet.
Auch zwischen den Querflinten und Bockflinten gibt es wichtige Unterschiede. So bietet die Bockflinte zu den Seiten ein besseres Gesichtsfeld. Durch die über und nicht zwischen den Läufen liegende Visierschiene wird bei heißgeschossenen Läufen die Sicht auf das Ziel weniger durch aufsteigende Warmluftschlieren beeinträchtigt. Ebenso wird der Rückstoß des unteren Laufs als geringer empfunden, da er geradliniger in die Schulter geleitet wird. Bei beiden Waffen hebt der Rückstoß die Mündung an, bei der Querflinte wird sie jedoch auch zur Seite bewegt, da hier die Achse der Waffe zwischen den Laufachsen liegt.



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